“Don’t panic” im Prüfungsstress (05.03.2019)

Last minute Strategien für Schüler*innen vor den Abschlussprüfungen

Die diesjährigen Abschlussprüfungen rücken immer näher und versetzen viele Schüler*nnen allmählich in leise Panik: die Lücken verunsichern, das Lernen wird immer noch ein bisschen vor sich hergeschoben und es fehlt einfach die Energie sich Aufzuraffen. Viele warten bis zur letzten Minute und motivieren sich mit dem “Aufschieberitis”-Argument Nr. 1: “Mit Druck kann ich einfach am besten lernen!” Spätestens wenn es 5 vor zwölf ist muss aber doch jeder ran, der seine Abschlussprüfung schaffen will. Dann heißt es FOKUS!

 

Den Fokus zu bewahren ist nicht leicht. Drei Faktoren helfen dabei einen fokussierten Arbeitsmodus zu erreichen: Konzentration, eine gute Lernstrategie und Selbstmotivation.

 
Weniger Handy - mehr Konzentration

 

Mit einem Handy in der Tasche und ständigem Internetzugang ist fokussiertes Arbeiten gar nicht so leicht. Schon kurze Störungen durch Notifications oder Klingeltöne unterbrechen die Konzentration. Eine Ablenkung von drei Sekunden reicht schon aus, um die benötigte Arbeitszeit erheblich zu verlängern und die Fehlerquote zu verdoppeln. Und ja - auch ein vibrierendes Handy stört die Konzentration unbewusst. Selbst wenn man nicht sofort auf das Handy schaut ist die Aufmerksamkeit beeinträchtigt. Deshalb sollte man sich konsequent fragen: Brauche ich wirklich eine Pop-Up-Notification für jede App? In den App-Einstellungen lassen sich die Häufigkeit von Notifications leicht auf ein Minimum reduzieren. Am einfachsten ist es natürlich, das Handy beim Lernen an einen anderen Ort zu legen. Viele Handys bieten außerdem eine “Nicht stören”-Funktion: kein Vibrieren, keine Töne, keine Ablenkung. Es hört sich altmodisch an, aber schlafe genug für gute Konzentration.

 
Lernstoff strategisch sortieren

 

Um fokussiert zu arbeiten hilft es außerdem auch den Lernstoff strategisch zu strukturieren. Bei mehreren Prüfungen empfiehlt sich eine Priorisierung von Lerninhalten z.B. anhand der Eisenhower-Matrix. Hier sortiert man den Lernstoff nach Wichtigkeit und Dringlichkeit. Die Inhalte, die sehr wichtig sind und zeitnah im Kopf sein müssen, lernt man zuerst. Danach die restlichen dringlichen und wichtigen Themen. Im Notfall muss auch mal “auf Lücke” gelernt werden. Hierbei lässt man am besten die unwichtigen und nicht dringenden Lerninhalte aus. Besonders wichtig: Kenne die Anforderungen! Welche Dinge werden überhaupt in der Prüfung erwartet? Geht es um Zusammenhänge? Geht es um Details? Deep Work Spezialist Call Newport empfiehlt außerdem, pro Tag ein bis maximal drei 90-Minuten Arbeitseinheiten, um tief in den Lernstoff zu kommen. 4,5 Netto-Stunden sind realistischer zu planen als 10 Stunden Lernzeit. Um fokussiert zu arbeiten solltest du also Ablenkungen vermeiden, den Lernstoff priorisieren und realistische Zeiteinheiten kalkulieren, die du ehrlich schaffen kannst.

 
Routinen und Rhythmus gegen Aufschieberitis

Sorge für Lern-Routinen und Arbeitsrhythmus. Das Planen ist deshalb so wichtig, um deinen Willen für die täglichen Entscheidungen, ob, wann und was gelernt werden soll, zu sparen. Wille erschöpft sich nämlich. Er ist aber eine wichtige Ressource für Dich, da Du ihn für das Lernen benötigst! Zur Routine gehört auch, sich kurze Anfangsrituale anzueignen und einen sicheren, aufgeräumten Arbeitsplatz zu haben. Kommt man gar nicht an den Schreibtisch heran, verrät Psychologin Stephanie Sedlmayer-Weßling einen Trick für Hardcore-Aufschieber: du darfst jeden Tag nur in einem speziellen Zeitfenster arbeiten. Wenn du diesen Timeslot verpasst, darfst du nicht mehr nacharbeiten und musst bis zum nächsten Tag warten. Das macht Lernzeit zu einem wertvollen Gut. Versuche, Lern-Routinen aufzubauen und Rhythmus in deine Arbeit zu bringen.

 

Lernerfolge sichtbar machen

 

Eine gute Visualisierung des Lernfortschritts unterstützt und bringt Spaß ins Lernen. Arbeitsfortschritte werden sichtbar über die Zeiteinteilung in einem Wochen- und Monatsplan.  Das Abhaken von erledigten Aufgaben spornt an weiterzumachen. Wer gerne mit digitalen Tools arbeitet, dem empfiehlt Schülercoach Felix Hirn Online-Tools wie z.B. “Trello” für den Gesamtüberblick, “Evernote” für Notizen oder die Karteikarten “Quizlet” für das Abfragen von Vokabeln, Definitionen oder Formeln. Mach deine Arbeitsziele und Ergebnisse auf Plänen und Listen sichtbar.

Work hard - party smart!

 

Das wichtigste ist: Traue dir und deinen Plänen über den Weg. Arbeite ernsthaft und hart an deinem Ziel. Widme dich in der Prüfungsphase dem Lernen - denn sie geht auch bald wieder vorbei. Setze Lernen auf Priorität 1. Auf dem Weg dahin solltest du dich regelmäßig fragen: Ist deine Lernstrategie anpassungsfähig? Wo stehe ich? Was muss ich am dringendsten lernen? Wie lange brauche ich ehrlich für diese Themen? Wie muss ich meinen Plan anpassen? David Allen, Autor des Bestsellers ‚Getting Things Done‘, rät in seiner 5-Schritte-Methode zum ‚simply do!‘. Mach es einfach. Ein letzter Tipp: Dosiere Parties, langes Ausgehen und Alkohol in der Prüfungsphase. Es kostet zuviel Energie und Willen. Gönn dir aber eine Belohnung nach erledigter Lernarbeit. Und wenn die Prüfung geschafft ist: Feiere deinen Erfolg! 

© 2018 Sedlmayer-Weßling-Hirn GbR

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